Lustiges über Boule!

Aus dem Darmstädter Institut zur Erforschung von Angelegenheiten:
Joppos boulistische Betrachtungen:

  1. Essen, Schlafen, Drogen, Sex

  2. Demokratie oder Hierarchie?

  3. Wahrnehmung & Beobachtung

  4. Kausalattribuierung beim Pétanque

  5. Waffengleichheit & Schiedsrichter

  6. Psycho-Logiken von Formationen

Das Spiel für die Seele

(aus der Zeitschrift: Stern )

Boule ist das gefühlvolle Werfen von Eisenkugeln über einen Sandplatz.
Vor allem aber: französische Lebenskunst pur.  Mitmachen kann jeder

Papazian ist Philosoph. Eine Berufsbezeichnung, die der Mensch im Süden Frankreichs auch ohne Studium führen kann. Eine dunkelgraue  Baskenmütze beschattet sein zerfurchtes Gesicht. Er sitzt auf einer Bank unter Platanen auf der Place des Lices. Die Zigarette hält er in der linken Hand, als wollte er sie wiegen. In der rechten liegen zwei Eisenkugeln. Sie sind mit Kratzern und Kerben übersät. "Es gibt zwei Sorten von Männern", sagt Papazian. Er zieht an der Zigarette, Kunstpause. "Die einen hetzen auf dem Rasen wie die Verrückten dem Ball hinterher, Bon. Die anderen ...," er lächelt, so wie die Alten nun mal lächeln, die aus Erfahrung klug geworden sind, "die anderen schieben lieber eine ruhige Kugel." Voila, c'est ca. Das ist Boule.

Unternehmen wie Mercedes-Benz oder L'Oreal schicken ihre Führungskräfte zu Papazian nach St-Tropez. Er gibt den gestressten  Managern, Handelsvertretern oder Ingenieuren zuerst die Kugel und lehrt sie dann, dass Boule "ein Spiel für die Seele" ist. Eine entspannte Lebensart. Ihr  Geheimnis, so Papazian, laute: Erlerne die Ruhe des Südens! Überlass die Adrenalinschocks den Verrückten! Entspanne im gemütlichen Wettstreit!

Anders gesagt: Boule ist die konsequente Fortsetzung des Savoir-vivre.

Mit seinem Freund Jean Leger führt Papazian den Club "La Boule Tropezienne". Der penible und korrekte Jean ist der Vorsitzende. Der Charmeur Papazian gibt den Mann für die Außendarstellung, den idealen Repräsentanten für einen Ort wie St-Tropez. Das Fischerdorf gilt immer noch als  Treffpunkt des Jetsets, der alternden Millionäre und der immer jungen Playboys.  Für Boulespieler ist St- Tropez zudem ein "mythischer Ort", wie Jean behauptet. "Hier muss man gespielt haben!" In St-Tropez hat ein regelrechter Boule-Tourismus eingesetzt. "Auch wenn die meisten von ihnen noch nicht unser  Niveau erreichen, wir lassen sie trotzdem mitspielen", sagt Jean. Manche der Gäste kommen mehrmals im Jahr, um den Alten ihre Tricks abzuschauen.

Die wunderschöne und altehrwürdige Place des Lices ist von Bars, Restaurants, Boutiquen, Hotels und Lebensmittelgeschäften umsäumt. Der Mittelpunkt des Lebens von St-Tropez. Eine ideale Bühne für Boule.
Das Schauspiel beginnt. Raymound der Poet tritt auf. Seine Glatze bedeckt eine beigefarbene Schiebermütze, die er niemals absetzt.  Warum die anderen ihn so nennen? Weil er ein Idealist ist, dem die Schönheit des Spiels über alles geht. Was er wirklich macht? Ist doch egal. Auf die Place des Lices kommen die Menschen, um zu vergessen, was sie wirklich machen.
Raymound steht im Abwurfkreis wie im Scheinwerferlicht. Er setzt sich in Pose. Raymound ist ein "pointeur", einer, der das gefühlvolle Legen der Eisenbälle möglichst nah an die kleine Zielkugel beherrscht, an das "cochonnet", das Schweinchen. Raymound streichelt seine Kugel, lässt sie locker in der Hand kreisen, um sie dann mit traumhafter Sicherheit einen Zentimeter neben die hölzerne Sau zu platzieren.

Das ist vom Gegner kaum besser zu machen. Also muss  Raymounds Kugel aus dem Weg geschossen werden. Noèl muss ran. Er ist der  wortkarge Sprengmeister, im Boule-Jargon "tireur" genannt. Die kompliziertesten Kugelstellungen bombt er mit einem einzigen Wurf auseinander. Meist hält er seine rissigen Hände vor seiner Gürtelschnalle gekreuzt und beobachtet mit zusammengepressten Lippen die Partie. Erst wenn er gebraucht wird, lebt er auf.  Er haucht kurz in seine geballte Hand. Dann tritt er an. Bei ihm sieht der Wurf so aus, als schmeiße er eine Handgranate in den feindlichen Graben.
Noel kann jedoch mehr als nur zerstören. Er liebt es,  den schwierigsten aller Würfe zu bringen. Diesmal hat er ihn auch noch mit einem "retro", einem Rückdrall, versehen. Seine Kugel knallt die feindliche weg; die reißt noch eine weitere mit, während Noèls Kugel plötzlich kehrt macht und auch noch zart gegen das anfangs überrundete "cochonnet" tippt -  der Königswurf!

Eigentlich ist Boule ein einfaches Spiel, kompliziert  ist nur die Taktik. Die einen legen eine Kugel nahe ans Ziel, die anderen müssen entweder dichter ran oder die gegnerische wegschießen - aus dieser simplen  Konstellation ergeben sich die vielfältigsten Möglichkeiten. Hier beginnt der so beliebte Boule-Ritus: fragen, schauen, beurteilen. Wie gut liegt die Kugel des  Gegners? Legen oder schießen? Dann erst die Entscheidung, die Konzentration, der Wurf. Das "bien joue", der Jubel. Oder das "merde", das Lamentieren.

Während Papazian seine Kugel mit dem Lappen vom Staub säubert und sich auf seinen Wurf vorbereitet, lassen die anderen ihre Murmeln aus Eisen in den Händen aneinander klacken. Eine geradezu sinnliche Untermalung. Jeder hält die Kugeln auf seine Weise. Aber eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie sind zärtlich zu ihren Spielgeräten. Die Finger tasten gedankenvoll die  Rundungen ab. Niemals legen sie ihre Kugeln beiseite. Es hat schon etwas Machohaftes, wie sie ihre Boulekugeln behandeln. Eben noch liebevoll von allen  zehn Fingern umworben, Sekundenbruchteile später Bombe, Rammbock, Geschoss.

Papazian bringt sich in Stellung. Er lässt seine Kugel durch die Finger gleiten und beschwört die magische Freundschaft zwischen  Hand und Eisen: "Ist die nicht da, kann man auch nicht gut spielen."

Papazian ist ein Künstler, der die graziösesten Würfe inszeniert. Der Verlauf der Kugel spiegelt sich in seiner Mimik wider. Er möchte, dass sie seiner Stimme gehorcht. Er beschleunigt oder bremst ihren Lauf. Er feuert sie durch Gesten an und treibt sie durch Schulterbewegungen nach vorn. Er mäßigt sie mit der Hand; auf Zehenspitzen tänzelnd, mit ausgestreckten Armen verleiht er seinem Körper die eigenartigsten Bewegungen. Es scheint, als sei  seine Seele in die Kugel gewandert - der Eisenball rollt so nah an das "cochonnet", dass nicht mal ein Blatt Papier dazwischenpasst. Papazian ist mal wieder von sich selbst überwältigt. Er reißt die Arme hoch: "Ich bin ein Siegertyp!"
In der nächsten Runde verliert Papazian mit seinen Partnern, weil er den letzten Wurf total vermasselt.

Boule - ABC

Ein herzliches "Dankeschön" an Michael Hornickel.

Diese Begriffe sind ein kleiner Auszug aus dem 1981 erschienenen Buch "Jeux de Boule - Pétanque und andere Kugelspiele"
von Michael Hornickel, Verlag Klaus Guhl, ISBN: 3882203250.

Es war das erste deutschsprachige Buch zum Thema Boule und Pétanque. Der Autor war zwischen 1981 und 1987 je zweimal Deutscher Meister und Vize und vertrat Deutschland bei der WM 1981 in Nevers mit Ebi Toepfer und Olaf Fingerhut. Bei seinen Aufenthalten auf den Bouleplätzen in der Provence hat er den Boulomanen fleißig auf den Mund geschaut und alles notiert.

A

ajouter:

weitere Punktgewinne erzielen, nachdem der Gegner bereits alle seine Kugeln verspielt hat.

anglais (point de l¹):

Wird ein Punkt genannt, der nicht gut erscheint, sich aber schließlich als schwer zu gewinnen herausstellt. 

arrive!:

Komm (an); Zuruf an eine zu kurz gespielte Kugel

avantage(avoir l¹):

Im Vorteil sein; mehr Kugeln auf der Hand haben als der Gegner (Kugelvorteil)

B

bacéler:

eine Kugel mit voller Kraft wegschießen

baiser fanny:

Fanny küssen; eine Partie ohne Punktgewinn, also 0:13 oder 0:15, verlieren; auch: faire fanny, embrasser fanny

barrage:

eigtl. Schleuse; Ausscheidungsspiele bei einem Turnier zur Erreichung einer günstigen Teilnehmerzahl (8, 16, 32, 64)

belle (faire la):

das Entscheidungsspiel austragen

béni: adj.

mit viel Glück spielen

bouchon: m

Zielkugel

boule devant, boule d¹argent:

alter Spruch unter Boulistes; eine kurz gespielte Kugel, die genau im Weg liegt, ist besser als eine Kugel hinter dem Ziel (alter Erfahrungswert).

boule sèche (tirer une):

eine bestimmte Kugel aus einem Haufen Kugeln herausschießen, ohne die anderen zu berühren.

bouliste:

Boules-Spieler, Kugel-Spieler

boulodrome: m

Kugelbahn; extra angelegter Boules-Platz

boulomanes: m pl.

Boules-Spieler, Freunde des Boules-Spiels

braquage: m

Ablenkungsmanöver durch Anstarren des Gegners, während dieser spielt (verboten).

bras-cassé: m

schlechter "tireur"

but: m

Ziel, Zielkugel

biberon (faire un):

eigtl. Schnuller; eine Kugel so an die Zielkugel spielen, dass sich beide berühren.

C

cadrage (partie de):

Ausscheidungsspiel (siehe barrage)

cadre: m

Spielfeld beim Boule Lyonnaise

cagade:

eine Kugel verfehlen und dabei auch noch alles erdenkliche Unheil zu seinem eigenen Nachteil anrichten

carambolage:

Zusammenstoß; ein Wurf, bei dem durch eine Kugel mehrere andere versetzt werden.

caressur (une boule):

eine Kugel streicheln (oder streifen), ohne ihre Position zu verändern.

carreau (faire un):

eine Kugel derart werfen, dass sie genau den Platz der getroffenen Kugel einnimmt (carreau sur place)

carrée (faire une):

ein Spieler hintergeht seine Partner und spielt für den Gegner.

casquette: f

Mütze; beim Schießen wird eine Kugel oben, auf der "Mütze" getroffen.

casser:

eine Kugel mit viel Kraft werfen ("casse le jeu", casse le bouchon" oder "casse la boule")

casser le bras: O

eigtl. den Arm brechen; bedeutet aber soviel wie "aus der Fassung bringen" - irgendjemand stört den "tireur", so dass dieser nicht mehr trifft ("il me casse le bras").

cercle: m

Abwurfkreischange

la couleur!:

wechsel die Farbe!; Aufforderung an den Partner, ein "carreau" zu machen.

chiffon: m

Lappen; unentbehrlich zum Reinigen der Kugeln vor jedem Wurf

cinéma (faire du):

etwa "Theater spielen"; mit viel Getue und Gesten spielen (auch: faire le cirque)

cochonnet: m

Schweinchen, Zielkugel

coller à une boule:

eine Kugel so spielen, dass sie an einer anderen anlehnt oder "klebt" ("boules collées")

complémentaire:

Zusatzwettbewerb (für bereits ausgeschiedene Mannschaften und solche, die mal wieder zu spät gekommen sind)

concours de boules:

Boules-Wettbewerb (Turnier)

consolante: f

Trostrunde (von "consoler" = trösten)

contre (faire un):

wenn nach einem gelungenen Schuss die getroffene Kugel noch einige andere herumliegende Kugeln verschiebt.

cornichon: m

kleine Gurke; selten gebräuchliche Bezeichnung für die Zielkugel

D

demi-portée: f

wurftechnischer Ausruck; die geworfene Kugel setzt etwa in der Mitte zwischen Abwurfkreis und Zielkugel auf.

démonstration (faire une):

einen Gegner ,³vorführen"; deklassieren

désastre: m

Katastrophe: pathetische Bezeichnung einer ungünstig verlaufenden Spielphase

devant-de-boule:

seine Kugel so vor die gegnerische Kugel heranspielen, dass sie sich berühren. Der Gegner kann diese Kugel nun nicht wegschießen, ohne die eigene zu versetzen.

donnée: f

die Stelle, an der die geworfene Kugel aufsetzen soll.

doublette: f

Mannschaft mit zwei Spielern und drei Kugeln pro Spieler

E

éclaircir le jeu (auch écarter le jeu):

mit einem Schuss mehrere Kugeln aus der Nähe der Zielkugel wegschießen; das Spiel übersichtlicher und leichter gestalten.

embouchonner:

einen ³biberon" nach dem anderen machen.

encadrer:

mehrmals auf eine Kugel schießen, ohne sie zu treffen; die Kugel wird von den Einschlaglöchern "eingerahmt".

F

faire les boules:

zur Ermittlung der Mannschaftszusammensetzung werfen alle Spieler gleichzeitig eine Kugel; die drei der Zielkugel am nächsten liegenden spielen zusammen usw.

fanny (embrasser, faire, baiser):

ohne Punktgewinn verlieren

fer (tirer au; tirer plein): m

eine Kugel aus der Luft voll „aufs Eisen" treffen

feu (faire du):

sagt man über eine Kugel, die beim Aufprall Funken versprüht.

frapper une boule:

eine Kugel wegschießen

frotter:

eine Kugel wegschießen

G

gagner le point:

den Punkt gewinnen; seine Kugel näher an die Zielkugel spielen als der Gegner

galerie: f

Gesamtheit der Zuschauern, die eine Partie verfolgen.

garder sa boule dans sa main:

die Kugel zurückhalten; sie beim Abwurf zu spät loslassen, wodurch sie zu hoch und nicht weit genug fliegt.

garder ses boules:

seine Kugeln einbehalten; d.h. sie nicht spielen, weil der Punkt bereits gewonnen ist und mit den restlichen Kugeln höchstens noch Unheil angerichtet werden kann (sportlich?)

grignoter:

nur Pünktchen für Pünktchen vorankommen

gros-bras: m

ausgezeichneter Spieler, nur schwer zu schlagen

H

handicap: m

Punktvorgabe, die einem schwächeren Gegner gewährt wird (aus dem Englischen)

heureux: adj.

glücklich; mit Glück spielen

hors jeu: adj.

abseits; so wird eine Kugel bezeichnet, die das erlaubte Spielfeld verlässt.

J

jeu provençal: m

wird auf 15 bis 21 Meter gespielt; der "pointeur" macht einen Schritt aus dem Abwurfkreis und muss beim Abwurf auf einem Bein stehen; der "tireur" wirft die Kugel nach drei Laufschritten ab

jouer:

spielen, gleichermaßen für "pointer" und "tirer" gebräuchlich

jouer nature:

eine Kugel schön gerade spielen

L

long (être):

zu lang spielen; die Kugel rollt hinter die Zielkugel.

longue (jouer à la):

andere Bezeichnung für "jeu provancal"

lyonnaise:

Spiel mit großen Bronzekugeln auf ganz ebener Spielfläche

M

marquer les boules (le but):

mittels zweier Striche, die um eine Kugel (oder die Zielkugel) in den Boden geritzt werden, kann deren Position immer genau bestimmt werden

mêlé (concours à la m.):

ein Wettbewerb, bei dem die Partner ausgelost werden.

mène:

Aufnahme; der Zeitraum zwischen dem Abwurf der Zielkugel und dem Wurf der letzten Kugel; am Ende einer Aufnahme werden die Punkte gezählt; für eine Partie werden mehrere Aufnahmen benötigt.

mètre: m

Metermaß

milieu (jouer le):

beim "triplette" die Spielposition zwischen dem "pointeur" und dem "tireur"; wer in der Mitte spielt, sollte beides, sowohl legen als auch schießen, gut können.

mixte (concours):

Wettbewerb, bei dem Männer und Frauen "doublettes" oder "triplettes" bilden; meist aber "triplette", aus zwei Männern und einer Frau gebildet.

mort (le bouchon; la boule):

tot, rollt die Zielkugel oder eine andere Kugel über die vereinbarte Spielfeldbegrenzung hinaus, so ist sie tot (sie ist aus dem Spiel und zählt nicht mehr)

N

nocturne (concours en):

adj. nächtlich; Wettbewerb, der nach Anbruch der Dunkelheit beginnt (unter Flutlicht).

noyer le but:

die Zielkugel versenken; absichtlich oder unabsichtlich die Zielkugel so schießen, dass sie die vereinbarte Spielfeldbegrenzung überschreitet und das Spiel beendet.

O

oreilles (toucher aux):

an den Ohren treffen; eine Kugel seitlich oben treffen. Die Franzosen sehen die Kugeln menschlich und haben so alle möglichen Bezeichnungen für die Stellen, an denen sie eine Kugel treffen können: trifft er sie oben, so ist das auf den Kopf; streift er sie oben, so streift er die Haare; in der Mitte voll getroffen ist: voll in den Hintern; etwas seitlich ist in die Rippen, und trifft er von oben die hintere Hälfte, dann trifft er in den Rücken.

P

palet (faire un): "faire un carreau" palet roulant: m

die geworfene Kugel rollt nach dem carreau noch etwas weiter.

paquet: m

Packet, Bündel; tirer dans le p. = in einen Kugelhaufen schießen; prendre un p. = ein ganzes Bündel Punkte (also viele) verlieren

pétanque: f

aus dem provenzalischen "péd tanco", also "pieds tanqués" = die Füße zusammen

petit: m

der Kleine; Zielkugel

plomber:

spieltechnischer Ausdruck; die Kugel wird in hohem Bogen geworfen, so dass sie nach dem Aufprall kaum noch weiterrollt; auf deutschen Boules-Plätzen häufig als ³plombieren" zu hören.

point (avoir le):

den Punkt haben; der Zielkugel am nächsten liegen

pointer:

im Unterschied zu "tirer" (schießen) der Versuch, möglichst nahe an die Zielkugel heranzuspielen; Übersetzungsmöglichkeiten: auf den Punkt spielen, legen, platzieren, punktieren, ranlegen, setzen

pointeur: m

Namen für s.o.; Leger oder Punktierer sagen manchmal deutsche Boules-Spieler.

portée: f

die Kugel wird in hohem Bogen geworfen und kommt in der Nähe der Zielkugel auf.

poussette: f

die Zielkugel oder eine Kugel anstoßen und günstig verschieben

préparer la donnée:

die Stelle, an der die Kugel aufschlagen soll, wird geprüft; häufig werden Steine verbotenermaßen entfernt.

Q

quadrette:

Spielformation beim "Boule Lyonnaise", vier gegen vier; die meisten großen Wettbewerbe werden in dieser Formation ausgetragen.

quadrillées (boules):

Kugeln mit vielen Rillen

R

rabaille/rabaillette:

unpopulärer Flachschuss; die Kugel wird mit viel Wucht auf eine gegnerische zugerollt.

raclette/rafle (tirer à la):

Flachschuss (s.o.); der so spielende Schütze wird abfällig "racleur" genannt.

raspaille: f

Flachschuss (s.o.)

recuire:

weichglühen; Kugeln werden nachträglich weichgeglüht, damit die Oberfläche nachgiebiger wird (verboten).

reprendre le point:

den Punkt zurückgewinnen; seine Kugel wieder näher an die Zielkugel spielen als der Gegner

reprise (faire la):

bei Gleichheit der Kugeln den Punkt gewinnen

rétro: m

das Zurückrollen der geworfenen Kugel in Richtung des Werfers nach einem "carreau"

rond: m

Abwurfkreis (35-50 cm Durchmesser)

rouler:

rollen; eine der drei Hauptwurfarten beim Legen (außerdem: portée und demi-portée)

roulette (jouer à la):

die Kugel vom Abwurfkreis bis zur Zielkugel rollen (s.o.)

S

sautée (tirer à la):

eine hinter einem Hindernis liegende Kugel oder Zielkugel schießen

serrer le jeu:

das Spiel eng machen; nachdem man den Punkt bereits aufgegeben hat, spielt man seine letzte Kugeln so, dass sie den Gegner behindern und es ihm fast unmöglich machen, noch mehr Punkte hinzuzufügen.

sous-main (jouer):

die Kugel wird so geworfen, dass die Handfläche in Richtung Boden zeigt.

super-mêlée (concours):

Boules-Wettbewerb, bei dem für jedes Spiel ein neuer Partner ausgelost wird.

sur-main (jouer):

die Kugel wird so geworfen, dass der Handrücken in Richtung Boden zeigt (etwa wie beim Kegeln); Gegenteil von "sous-main"

T

taper:

eine Kugel wegschießen

tentir le point:

den Punkt haben; der Zielkugel am nächsten liegen

tête (prendre une boule sur la t.):

eine Kugel oberhalb (am Kopf) streifen

tête à tête:

Einzelspiel, einer gegen einen, drei Kugeln jeder

tirer:

schießen, wegschießen; eine störende gegnerische Kugel wegschießen

tirer à cul:

berühren sich zwei Kugeln und liegen sie vom Abwurfkreis aus gesehen in einer Linie, so schießt man auf die erste Kugel, damit die zweite wegfliegt.

tirer au fer; tirer plein fer; tirer au ventre:

beim Schießen eine Kugel voll treffen, ohne vorher den Boden zu berühren.

tirette (boulomètre à): m

Messgerät aus Metall mit einem ausziehbaren Teil

tireur: m

Schütze; er hat die Aufgabe, gegnerische Kugeln wegzuschießen.

toucher (une boule, le but):

eine Kugel oder die Zielkugel treffen

tourner une boule:

einer Kugel Effet verleihen, sie andrehen oder anschneiden, damit sie eine Links- oder Rechtskurve beschreibt.

triplette: f

das Spiel drei gegen drei, 2 Kugeln pro Spieler; fast alle großen Pétanque-Wettbewerbe, auch die Weltmeisterschaften, werden in "triplette" ausgetragen

trou (faire un):

ein Loch machen; daneben schießen; ein „Luftloch“ schießen

V

ventre (tirer au):

in den Bauch schießen; eine Kugel voll treffen, ohne vorher den Boden zu berühren.

vriller une boule:

einer Kugel beim Wurf Effet verleihen, so dass sie eine Links- oder Rechtskurve beschreibt.